Plymouth Cabrio 1934

Über dieses Projekt

Fahrzeug

Plymouth PE, Cabriolet

 

Aufbau

carosseriert durch die bekannte Schweizer Firma Langenthal

 

Baujahr

1934

 

Motor

Plymouth 6 Zyl. 4 Takt, seitengesteuert, wurde auch in Fahrzeugen verwendet wie: Dodge, De Soto, Chrysler

 

Hubraum

3‘300 ccm

 

Leistung

75 PS

 

Betriebsstoff

Benzin

Plymouth
Besonderes

Bei diesem Fahrzeugtyp wurde eine der ersten Vorderachsen mit Einzelradaufhängung und Schraubenfederung verbaut.
Die oberen Hebelstossdämpfer übernehmen auch gleichzeitig die Radführung.

 

Das 3 Gang Getriebe hat einen zuschaltbaren Freilauf, damit kann das unsynchronisierte Getriebe ohne zu kuppeln, sehr komfortabel herauf- und heruntergeschaltet werden.

 

Vorgabe

Dieses wunderschöne Fahrzeug soll vermehrt im Alltag eingesetzt werden können.

 

Mängel

– Die Bremsleistung ist nicht gerade berauschend.
– Das Fahrzeug schwimmt und ist unruhig in der Spur.
– Der 1. Gang ist sehr laut und klappert teilweise.
– Es wäre schön wenn der Freilauf wieder funktionieren würde.
– Die Sicht mit den Rückspiegeln ist sehr mangelhaft.

 

Arbeiten

Die hydraulische Bremsanlage wird komplett überholt.
Die Bremsbeläge erneuert, die Bremstrommeln ausgedreht und mit dem Bremsprofessor werden die neuen Bremsbeläge im eingebauten Zustand überdreht, damit sie exakt in den Bremstrommeln aufliegen.

 

Der Lenkstock hat Spiel, aber kann nicht mehr nachgestellt werden.
Deshalb wird die Schnecke und die Rolle von einer Spezialfirma nachgeschliffen und alles neu gelagert.

 

Auf einem Achsschenkel-Spieltester wird ersichtlich, dass diverse Lagerstellen der unteren Querlenker, der oberen Hebelstossdämpfer- Radführungen und ein Achsschenkel deutlich zu viel Spiel aufweisen.

 

Auch ist der genietete Vorderachsträger für die Querlenkeraufnahme lose.
Es wird entschieden alle Lagerstellen der Vorderachse aufzuarbeiten.
Es muss ein Gewindelager mit Übermass hergestellt werden, die restlichen Ersatzteile mit normalem Mass können in den USA bestellt werden.
Die Lieferfristen einzelner Lieferanten sind aber sehr unterschiedlich.
Die Hebelstossdämpfer von Delco sind eine Knacknuss für sich. Nichts ist verschraubt, alles ist verpresst und ohne Zeichnung sehr kritisch zu zerlegen. Eine hilfsbereite Spezialfirma in Kalifornien kann da weiterhelfen und hat auch noch wenige Ersatzteile am Lager.
Somit können diese Hebelstossdämpfer wieder spielfrei eingebaut werden.
Die gesamte Vorderachsgeometrie wird vermessen und neu eingestellt.

 

Beim Getriebe stellt sich heraus, dass ein Zahn vom 1. Gang abgebrochen ist und der Freilauf verrostet und dadurch blockiert ist.
Von einem gebrauchten Ersatzgetriebe werden Zahnräder und Freilauf übernommen, die Lager und Dichtringe werden selbstverständlich durch Neue ersetzt.

 

Neue Rückspiegel werden gekauft, Halterung angepasst und an einer idealeren Stelle montiert.

 

Resultat

Der Brems-Pedalweg ist nun deutlich kleiner, die Bremse zieht gleichmässig gerade und es ist deutlich weniger Pedaldruck notwendig.

 

Das Spiel von Lenkung und Vorderachse ist nun beseitigt, doch auf unebener Strasse ist immer noch Wachsamkeit am Lenkrad gefragt. Auch ein zusätzlich montierter Lenkungsdämpfer kann da keine Abhilfe schaffen.
Es ist und bleibt ein Vorkriegsfahrzeug mit einer der ersten Einzelradaufhängungen an der Vorderachse und wird dementsprechend heikler bleiben, als ein entsprechendes Fahrzeug mit einer Starrachse.

 

Das Getriebe schaltet sich gut und klappert nicht mehr. Doch der 1. Gang ist, obwohl schrägverzahnt nicht ganz so geräuscharm wie gewünscht. Das liegt an den gebrauchten Zahnrädern, die verwendet wurden. Die Zahnflanken waren noch schön bombiert, doch die Flächen waren leicht von Rost angegriffen und das wird das lautere Abrollgeräusch verursachen. Um das zu eliminieren müssten neue Zahnräder in den USA gesucht, oder neu angefertigt werden.

 

Der Freilauf arbeitet einwandfrei, einzig der Betätigungs- Kabelzug im Bereich des Getriebehebels muss noch verbessert werden. Unsere Topografie ist wohl nicht sehr ideal für einen Freilauf, denn bevor es bergab geht, muss der Freilauf unbedingt überbrückt werden, damit der Motor die Bremsung übernehmen kann.
Aber der grosse Vorteil liegt darin, dass damit jetzt das unsynchronisierte Getriebe ohne zu kuppeln, sehr komfortabel herauf- und heruntergeschaltet werden kann.

 

Die neu platzierten Rückspiegel sind auch sehr ideal und verbessern die Sicht nach hinten wesentlich.

 

Fazit

Der Gesamtaufwand war nicht unwesentlich, doch jetzt kann das Fahrzeug viel sicherer im Alltag eingesetzt werden.

Datum
Kategorie
Fahrzeuge
Tags
Plymouth Cabrio
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